GEAK Allgemein

Was heisst GEAK?

GEAK ist die Abkürzung von Gebäudeenergieausweis der Kantone

Was ist der GEAK?

Der GEAK ist ein Ausweis, der die energetische Bewer­tung von Gebäuden dokumentiert. Der Gebäude­energieausweis basiert auf dem rechnerisch ermittelten Energiebedarf, der mit den effektiven Verbrauchsdaten verifiziert wird. Er bildet die Grundlage für eine umfas­sende Sanierungsanalyse und für den vereinfachten Minergie-Zertifizierungsweg der Systemerneuerung.

Wer ist verantwortlich für die GEAK-Entwicklung?

Der GEAK ist ein Instrument der Kantone. Dafür ver­antwortlich ist die Konferenz Kantonaler Energie­direktoren (EnDK; www.endk.ch). Das GEAK-Online-Tool wird vom Verein GEAK weiterentwickelt.

Wer kann einen GEAK ausstellen?

Der GEAK wird nur von zertifizierten GEAK-Experten ausgestellt. Eine Liste der zertifizierten Experten ist hier zu finden. Der Gebäude­eigentümer kann den Experten frei wählen.

Wer kann einen GEAK ausstellen lassen?

Nur der Gebäudeeigentümer kann einen GEAK in Auftrag geben, und nur zertifizierte GEAK-Experten können einen GEAK ausstellen. 

Wie kann ich meinen GEAK einem neuen Experten zuweisen?

Nur der Gebäudeeigentümer kann die Übertragung des GEAKs veranlassen. Die GEAK-Betriebszentrale führt die Übertragung auf Antrag des Gebäudeeigentümers aus. Das Übertragungsformular kann hier bezogen werden.

Bleibt der GEAK bei einem Hausverkauf gültig?

Der GEAK wird auf das Gebäude ausgestellt und bleibt auch bei einem Eigentumswechsel gültig; in diesem Falle geht der GEAK auf den neuen Gebäudeeigentümer über.

Wie wird der GEAK erstellt?

Der Experte nimmt bei einer Begehung alle relevanten Daten auf. Der Gebäudeeigentümer stellt die Ver­brauchsdaten für Heizung, Warmwasser und Strom für den Zeitraum von mindestens drei Jahren zur Verfü­gung, falls diese Daten vorliegen. Mit Hilfe des GEAK-Online-Tools berechnet der Experte den GEAK und erstellt das offizielle vierseitige GEAK-Dokument sowie eventuell einen Beratungsbericht mit Sanierungs­massnahmen, dass er dem Eigentümer in elektro­nischer und in Papierform unterschrieben übergibt.

Kann ich als Mieter einen GEAK bestellen?

Nein, nur die Gebäudeeigentümer sind legitimiert, GEAK-Experten zu beauftragen, einen GEAK zu erstellen.

Wie teuer ist ein GEAK?

Der Experte offeriert die GEAK-Erstellung aufgrund der konkreten Situation. Vereinbaren Sie deshalb eine Offerte mit Ihrem Experten im Voraus.

Muss für ein GEAK eine Gebühr bezahlt werden?

Ja, der Experte muss für jede GEAK-Publikation CHF 60.– bezahlen (Ausweis mit Nummer xxx.01 oder xxx.p01) und CHF 20.– für eine Aufdatierung (ab Versionsnummer xxx.02 oder xxx.p02). Für das Erstellen eines «GEAK Plus»-Beratungsberichts wird nur einmal pro Objekt (d.h. pro Stammnummer z.B. BL-0000999) eine Gebühr von CHF 90.- fällig. Total mit einem erstem GEAK Ausweis = CHF 150.-. Weitere Ausgaben des Beratungsberichts für dieses Objekt sind kostenlos. Die Gebühr ist Teil jeder Offerte.

Für welche Gebäudekategorien kann der GEAK ausgestellt werden?

Der GEAK kann für Wohngebäude (Ein- und Mehr­familienhäuser) und für einfache Verwaltungs- und Schulbauten sowie für Restaurants und Hotels ausgestellt werden. Andere Gebäudekategorien können momentan nicht abgebildet werden und benötigen eine individuelle Begutachtung.

Kann der GEAK für ein gemischtes Wohn- und Geschäftshaus ausgestellt werden?

Dies ist nur möglich, wenn eine Nutzung klar dominiert, sprich mindestens drei Viertel des Gebäudes ausmacht.

Sollte der GEAK vor oder nach einer Sanierung erstellt werden?

Wir empfehlen beides. Der GEAK bildet eine gute Basis für den Sanierungsentscheid, insbesondere wenn er in Zusammenhang mit einer Sanierungsberatung angebo­ten wird, und kann bei Fördergeldanträgen von Ihrem Kanton verlangt werden. Die Aufdatierung eines bestehenden GEAK nach der Sanierung ist weniger zeitaufwändig und günstiger als die Erstellung eines neuen.

Sind Konsequenzen zu befürchten, wenn der GEAK ein schlechtes Resultat aufweist?

Nein, dem ist nicht so. Der GEAK zeigt den energie­technischen Zustand eines Gebäudes auf und gibt Hinweise zu dessen Erneuerung. Eine tiefe Klassierung beim GEAK weist grundsätzlich auf einen unnötig hohen Energieaufwand für die Beheizung und meistens auch auf eine verminderte Behaglichkeit für die Bewohner hin. Die Daten sind nicht öffentlich zugänglich.

Kann gegen einen GEAK rekurriert werden, wenn der Immobilienbesitzer mit dem Resultat nicht einverstanden ist?

Nein, denn zumindest solange der GEAK für Gebäu­deeigentümer freiwillig ist, besteht ein privatrecht­liches Auftragsverhältnis zwischen Gebäudeeigen­tümer (Auftraggeber) und GEAK-Experte (Auftrag­nehmer). Wenn der Gebäudeeigentümer mit dem ausgestellten GEAK unzufrieden ist, steht ihm der normale Rechtsweg offen. Es ist ihm auch freigestellt, einen weiteren GEAK ausarbeiten zu lassen. Zu beachten ist, dass nur der zuletzt ausgestellte GEAK gültig ist.

Gibt es eine Pflicht, den GEAK für mein Gebäude erstellen zu lassen?

In wenigen Kantonen ist der GEAK bei Handände­rungen und für den Erhalt von Fördergeldern obli­gatorisch. In den meisten ist er aber freiwillig. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter «Kantonale Fördergelder».

Gibt es eine Verpflichtung, bei Änderungen am Haus eine neue Version des GEAK erstellen zu lassen?

Nein, eine Verpflichtung existiert nicht. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten verliert jedoch der bestehende GEAK seine Aussagekraft, da sich die Datengrundlage geändert hat. Daher wird eine Aufdatierung nach dem Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten als Erfolgskontrolle empfohlen. Die Aufdatierung ist weniger zeitaufwändig und kostengünstiger als die Erstellung eines neuen GEAK.

Sind die Daten und die Resultate öffentlich zugänglich?

Nein, der Datenschutz ist gewährleistet. Nur die GEAK-Experten haben Zugang zu den Daten der von ihnen geprüften Gebäude. Ausserdem können die Kantone im Rahmen ihrer Vollzugsaufgaben den GEAK von Gebäuden mit Standort in ihrem Hoheitsgebiet überprüfen (z.B. wenn Förderprogramme mit einer Klassenverbesserung des GEAK verbunden sind). Statistische Auswertungen werden mit anonymi­sierten Daten vorgenommen.

Wie sind die Klassierungen der Energieetikette einzustufen?

Ein Neubau, unter Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte, entspricht der Klasse B. Gebäude mit einer weitgehenden Altbausanierung, jedoch mit deutlichen Lücken oder ohne den Einsatz von erneuerbarer Energie, fallen üblicher Weise in die Klasse D. Gebäude, die teilweise gedämmt wurden sowie einen Einsatz einzelner neuer Haustechnikkomponenten aufweisen, entsprechen ungefähr der Klasse E. Die Klasse G umfasst alle unsanierten, älteren Gebäude.

Welcher GEAK-Klasse entsprechen MINERGIE-Häuser?

Die Gebäudestandards von MINERGIE® sind im Gebäudeenergieausweis nicht direkt ablesbar. MINERGIE® ist anders definiert und stellt weiterge­hende Anforderungen. So wird bei MINERGIE® eine Lüftungsanlage vorgeschrieben, und es sind Vorgaben bezüglich Wohnkomfort einzuhalten. Grundsätzlich entsprechen MINERGIE®-Modernisierungen mindes­tens der GEAK-Klasse C oder höher. MINERGIE®-Neubauten entsprechen mindestens der Klasse B und MINERGIE-P®-Gebäude der Klasse A. Die Umkehrung gilt aber nicht: Gebäude mit einer guten GEAK-Klassierung entsprechen nicht automatisch dem MINERGIE®-Standard.